Die Grosse
Rohrdommel (Botaurus stellaris) haben nur wenige Menschen jemals
gesehen und in Westdeutschland ist auch Ihr Ruf seit den 70er
Jahren ziemlich verstummt. Hier in Mecklenburg-Vorpommern aber
findet dieser scheue Vogel noch Lebensräume, die ihm zusagen.
Rohrdommeln
gehören zu den Reihern und sind den meisten Naturfreunden
zumindest von Hörensagen her bekannt wegen der berühmten
"Pfahlstellung", die die Vögel bei Gefahr einnehmen:
Das Tier reckt sich senkrecht hoch, es scheint immer länger
und dünner zu werden und verschmilzt mit dem umgebenden
Schilf so perfekt, dass der Feind drei Meter an der Dommel vorbeigehen
kann, ohne sie zu bemerken.
Dabei sind
die Vögel nicht gerade klein: Immerhin wie ein - allerdings
sehr schlankes - Hühnchen wird sie gross. Mittelmeer-Urlauber
kennen wahrscheinlich die kleinen weissen Seidenreiher, die
recht zahlreich und wenig scheu sind: Etwa so gross ist auch
die heimliche Rohrdommel.
Das Bild
zeigt, dass der Vogel auch ohne "Pfahlstellung" seiner
Umgebung - ausgedehnten Schilfflächen - so gut angepasst
ist, dass man ihn kaum sehen würde, selbst wenn man nur
wenige Meter an ihm vorbeiführe.
Aber wenn
man sie auch nicht zu sehen bekommt: Das faszinierendste an
diesen Vögeln ist sowieso ihr Ruf, den Sie bevorzugt in
der Dämmerung hören lassen: Eine weit-schallende Rufreihe
von meist drei bis fünf dumpfen Einzelrufen, ein fern wirkendes
"Brüllen", das ihr auch den volkstümlichen
Namen "Moorochse" eingebracht hat - ein wenig unheimlich,
wenn man den Laut nicht kennt und durch einsame Moorflächen
streift.
In vielen
Gebieten Mecklenburgs gehört der Ruf des Moorochsen zum
täglichen Erleben, bes. im Müritz-Nationalpark und
im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide: In den Luftkurorten
Plau
am See und Krakow
am See z.B. werden Sie den geheimnisvollen Ruf sogar
in der Stadt hören - sehr leise und weit entfernt aus dem
Schilfgürtel zwar, aber für den Naturfreund klar erkennbar.
Im April liefern sich dann manchmal 3 oder 4 Vögel wahre
"Rufgefechte" - gelegentlich vielleicht unterbrochen
durch das Trompeten eines Kranichs,
der in dieser Gegend auch Brutvogel ist.