Es gibt
sie auch in Mecklenburg-Vorpommern, aber man bekommt sie nur
selten zu Gesicht: Mufflons leben (zumindest) auf Rügen
und im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide bei Krakow
am See
Die Wildschafe
(es ist sowohl die Bezeichnung der Mufflon, als auch
das Mufflon richtig) sind die Vorfahren unserer Hausschafe.
Ursprünglich sind sie nicht in Deutschland beheimatet,
wurden jedoch zu Beginn des letzten Jahrhunderts als attraktives
Jagdwild an mehreren Stellen in Deutschland eingebürgert
- erst in der Lüneburger Heide, dann im Harz. Es sind eigentlich
Tiere gebirgiger Landschaften Ost- und Südost-Europas und
des Mittelmeerraumes.
Heute dürfte
der Gesamtbestand des Wildschafes in ganz Deutschland bei etwa
8000 Tieren liegen (zum Vergleich: Rehe gibt es mehrere Millionen).
Die Widder
werden etwa 50 kg schwer, die Weibchen sind deutlich leichter.
Mufflons werden etwa 10 Jahre alt.
Die "Schnecken"
der Muffelwidder sind bei den Jägern als Trophäe beliebt und
so nimmt es kaum wunder, dass die Art auch in der DDR gehegt
wurde, denn die Jagd war hier eine verbreitete Freizeitbeschäftigung.
Bedrohung
der heimischen Fauna?
Es sind
attraktive Tiere, die allerdings aufgrund ihres angestammten
Lebens- und Fluchtverhaltens nicht wirklich nach Deutschland
gehören und die Gefahr einer Faunenverfälschung mit
sich bringen. Der NABU fordert deshalb aus Natur- und Tierschutzgründen
diese nicht heimische Art komplett abzuschießen.
Der richtigere,
weil natürlichere Weg dürfte allerdings die (ebenfalls
vom NABU unterstützte) Wiederansiedlung des Wolfs
sein: Er schätzt das Muffelwild als leichte Beute. So wurde
die Mufflonpopulation in den neu besiedelten Wolfsrevieren der
sächsischen Lausitz innerhalb kurzer Zeit von den eingewanderten
Wölfen ausgerottet.
Im übrigens
scheint die Gefahr, dass einheimische Tier- und Pflanzenarten
durch die Mufflons gefährdet oder verdrängt werden
könnten, doch sehr gering. Da erscheint uns die rigorose
Vernichtung von Waschbär
und Marderhund schon wichtiger.
Muffelwild
in Mecklenburg-Vorpommern:
Obwohl die
Tiere auch in Mecklenburg-Vorpommern recht scheu sind,
haben sie sich sehr gut an den Strassenverkehr gewöhnt: Von
der A 19 (Berlin-Rostock) aus kann man sie im Abschnitt zwischen
dem Petersdorfer See und der Abfahrt Linstow häufig beobachten.
Allerdings lebt das nächste (uns bekannte) Wolfsrudel mal
gerade 50 Kilometer entfernt im Norden des Landes Brandenburg.
Das Thema Mufflon könnte sich also bald erledigt haben
. . .
Der Bestand
auf Rügen
lebt im Nordosten der Insel (Jasmund), vor allem aber im Bereich
der Feuersteinfelder bei Mukran. Im Frühjahr 2010 haben
die Mufflons auf Rügen allerdings einen herben Bestandsverlust
hinnehmen müssen: Nicht weniger als 10 Stück Muffelwild,
darunter 3 kapitale Böcke, wurden damals von wildernden Hunden
gerissen.