|
Man braucht
schon sehr viel Geduld und einiges Wissen über die Biologie
der Krebse, wenn man in Mecklenburg-Vorpommern den Europäischen
Flusskrebs in freier Wildbahn beobachten will, aber es gibt tatsächlich
eine Reihe von Gewässern, in denen er vorkommt.
Nach unseren
Informationen gibt es derzeit vielleicht um die 40 Gewässer
in Mecklenburg-Vorpommern, die von Astacus astacus, wie der Fluss-
oder Edelkrebs mit wissenschaftlicher Bezeichnung heisst, bewohnt
werden; mehr als 20 davon alleine auf der Insel Rügen.
Es sind ruhig
fliessende, unbedingt sehr saubere Gewässer wie die Nebel
und die Warnow, vor allem aber die Barthe, naturnahe
Gewässer, die es zum Glück in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich
noch in genügender Zahl gibt. Die meisten Vorkommen aber sind
Einzelvorkommen in abgeschlossenen Standgewässern (Waldseen, Sölle
etc.). Der Schwerpunkt der Verbreitung in Mecklenburg-Vorpommern
ist auf der Insel
Rügen.
Die Tiere siedeln
dort im ufernahen Bereich unter Steinen und Baumwurzeln, wo sie
sich vor ihren Fressfeinden - vor allem Barsch, Zander und Aal und
den geschickten Fischottern - verstecken
können.
Krebse ernähren
sich sehr vielfältig - sie fressen eigentlich alles, was ihnen
zwischen die Scheren kommt: Wasserinsekten und kleine Frösche
oder Fische, aber auch alle Arten von Aas und vermodernden Pflanzenteilen.
In einem funktionierenden Ökosystem erfüllen sie eine
wichtige Aufgabe als Müllsammler.
Den meisten
Menschen ist der Flusskrebs eher aus der Tiefhühltruhe und
eventuell von den Speisenkarten guter Restaurants bekannt. Diese
Tiere stammen aus Importen oder aus Krebszuchten, die gerade
in neuerer Zeit an mehreren Stellen in Deutschland - auch in Mecklenburg-Vorpommern
- entstanden sind.
Von Feinschmeckern
wird unser einheimischer Speisekrebs übrigens mehr als der
Hummer geschätzt.
Wer sich genauer
mit der Biologie der Krebse befassen möchte, dem empfehlen
wir unsere Seite www.krebse.info
|