Selbst
in Mecklenburg-Vorpommern sind sie nur schwer zu beobachten,
wenngleich sie hier noch regelmässig vorkommen: Der Fischotter
(Lutra lutra) braucht die klaren, fliessenden Gewässer,
die Mecklenburg-Vorpommern zum Glück noch zu Genüge
bietet.
Der Fischotter,
der in die Verwandtschaft von Dachs und Steinmarder gehört,
benötigt sehr klare, fliessende Gewässer, um sich
wohlzufühlen. Solche Biotope findet er noch sehr gut in
der Mecklenburgischen Schweiz, z.B. in der nähe von Malchin
und an Recknitz, Trebel u.ä. Flüsschen. Ebenfalls
gibt es noch gesunde Populationen an der Oder und im Lausitzer
Seengebiet. Im europäischen Massstab sieht es etwas günstiger
aus.
Die teilweise
totalen Bestandsverluste vor allem in Deutschland sind einmal
auf die Jagd wegen des wertvollen Pelzes zurückzuführen,
andererseits auch auf seine Beliebtheit auf dem Speisezettel
des Klerus: Wegen seiner "fischähnlichen" Lebensweise
durfte der Otter - genauso wie der Biber und der inzwischen
in Europa ausgestorbene Waldrapp - auch während der Fastenzeit
gegessen werden. Der Hauptgrund für das weitgehende Aussterben
dieser schönen und nützlichen Tierart aber ist zweifellos
die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen durch Gewässerverschmutzung
und -begradigung und die Störungen durch den Tourismus.
Fischotter
ernähren sich überwiegend von Fischen, die sie i.d.R.
geschickt unter Wasser (also nicht vom Land aus) fangen, verschmähen
aber auch nicht Krebse, Mäuse und Wasservögel. Die
Tiere sind nachtaktiv und haben ein sehr grosses Revier; sie
haben kein Problem damit, in einer Nacht ein mehr als 10 Kilometer
langes Flussstück zu durchstreifen. Den Tag verschlafen
die Marder dann - wenn sie nicht gerade ein sehr ungestörtes
Revier haben - unter den Wurzeln alter Bäume und in ähnlichen
Verstecken.
Die liebenswerten
Räuber werden mehr als katzengross, sind schlank, wendig
und ausserordentlich elegant - selbst an Land, obwohl das wirklich
nicht das Element dieser scheuen Wassertiere ist. Ihre Nahrung
- obwohl im Wasser gefangen - verspeisen sie allerdings am liebsten
am Ufer.
Fischotter
sind ausserordentlich verspielt; sie können alleine oder
mit der ganzen Familie mit Baumteilen oder Kieselsteinen spielen,
schier ohne ein Ende zu finden. Dabei vollbringen sie die wildesten
Drehungen und Purzelbäume und schwimmen gerne auf dem Rücken,
um mit den geschickten Pfoten irgendeinen interessanten Gegenstand
zu untersuchen.