Der Biber
(Castor fiber) kommt in Ostdeutschland in mehreren - z.T. weit
voneinander entfernten - Gegenden vor. In Mecklenburg-Vorpommern
ist seine regelmässige westliche Verbreitungsgrenze etwa
an der A19 (Berlin - Rostock) zu finden. Aber auch die Warnow
(die westlich dieser Linie fliesst und bei Rostock in die Ostsee
mündet) scheint schon wieder besiedelt zu werden.
Biber sind
recht grosse Nagetiere - mit dem kellenförmigen Schwanz
werden sie bis zu 140 cm lang und 35 kg schwer. In Mecklenburg-Vorpommern
lebt der "Elbebiber", eine der ca. 8 Rassen/
Unterarten, die sich - wahrscheinlich als Folge der "Verinselung"
der Art im letzten und vorletzten Jahrhundert - entwickelt haben.
Nicht alles,
was da so schwimmt, ist auch ein Biber. Am ehesten möglich
ist die Verwechslung mit dem Nutria; Bisamratten
sind sehr viel kleiner und Fischotter
wird man kaum einmal zu sehen bekommen. Alle 4 Arten kommen
aber nebeneinander im selben Lebensraum vor.
Biber leben
im Wasser und im unmittelbaren Uferbereich der Gewässer.
Ihre Dammbauten, die zur Überschwemmung der Flussauen führen
(und auch führen sollen), lassen völlig neue Biotope
entstehen - nicht immer zur Freude der Menschen.
Auch seine
"Baumfällarbeiten" - Biber ernähren sich
von der Rinde der umgestürzten Bäume - sind insbesondere
bei den Forstwirten nicht gerade beliebt.
Die Frass-Schäden
an Feldfrüchten in Gewässernähe sind eher unbedeutend.
Der ebenfalls
im und am Wasser lebende Fischotter
hat mit dem Biber natürlich nichts zu tun; er ist auch
kein Nagetier, sondern gehört zu den fleischfressenden
Mardern. Der Biber ist auch sehr viel "pummeliger".
Er kann schon eher mal mit dem Nutria verwechselt werden,
der im gleichen Lebensraum vorkommt. Auch im Feld kann man die
Tiere aber sicher an dem gänzlich unterschiedlichen Schwanz
unterscheiden: Er ist beim Biber breit und flach, beim Nutria
hingegen rund wie bei Ratten und Mäusen.

Intensive
Bejagung wurde dem Biber in Europa zum Verhängnis:
Das Fell ist dicht und für warme Kleidungsstücke begehrt
und auch wegen des Fleisches wurde ihnen nachgestellt: Die Lebensweise
im Wasser ermöglichte es der Kirche, den Biber in
die Verwandtschaft der Fische zu stellen und das wohl
recht wohlschmeckende Fleisch auch während der Fastenzeit
zu essen.
Das endgültige
Aussterben der Art in Deutschland wurde durch Wiedereinbürgerungsmassnahmen
verhindert. Heute gibt es nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern
ziemlich stabile Populationen wildlebender Biber
Gute Beobachtungsmöglichkeiten
gibt es in der Mecklenburgischen Schweiz; dort werden
durch die Naturpark-Verwaltung auch geführte Exkursionen
zu Fuss oder mit dem Paddelboot angeboten.